Pflegen nach dem Konzept der 12 pflegerischen Gesten

Bei der pflegerischen Geste geht es um die Intention, welche die Pflegenden treibt, eine pflegerische Handlung in einer bestimmten Haltung auszuführen.

Pflege umfasst wie jede menschliche Handlung einen Aspekt äußerlich erscheinender Tätigkeit, wie das Waschen oder das Mobilisieren oder ein Gespräch führen. Andererseits trägt die / der Pflegende in sich eine innere Haltung, seelisch-geistige Motive und Stimmungen wie Achtung, Aufrichtigkeit, Geduld, Heiterkeit. Diese Stimmungen prägen sich mehr oder weniger deutlich der pflegerischen Tätigkeit ein. Durch sie wird die Mobilisation behutsam oder derb, die Waschung respektvoll oder mechanisch.

Zwischen der Pflegehandlung und der inneren Haltung, in der die Verrichtung ausgeführt wird, steht die pflegerische Geste. In ihr kommt das “Wie” einer Pflegehandlung zur Erscheinung.

Machen wir uns diese Intentionen oder Gesten für die einzelnen zu Pflegenden gemeinsam bewusst, können wir unseren Pflegehandlungen eine hilfreiche Richtung geben.

Wir beziehen die Gesten in unsere Pflegeplanung ein und passen sie in regelmäßigen Abständen an die aktuelle Situation an.

 

In der Pflege können wir mindestens zwölf verschiedene Grundgesten unterscheiden:

Die hier charakterisierten pflegerischen Gesten sind abgeleitet aus den zwölf Sinnen, die durch Rudolf Steiner beschrieben wurden. Sie beschreiben keine Tätigkeitsfelder der Pflege, denn nicht das “Was” sondern das “Wie” der Pflege soll in den zwölf Gesten zum Ausdruck kommen.

Jede einzelne Pflegetätigkeit kann unter mehreren Aspekten der Gesten interpretiert werden. Im Mittelpunkt steht immer die/der zu Pflegende, um sie/ihn herum stehen die Gesten, die je nach Art der Behandlung und dem Ziel ausgesucht werden. Hierzu ordnete Rudolf Steiner die Tierkreiszeichen. Sie bilden die „innere Qualität“ der pflegerischen Gesten ab.

So dient das Konzept der pflegerischen Gesten einerseits der Beschreibung qualitativer Intentionen der Pflege. Andererseits kann eine übende und meditative Besinnung auf die den Gesten zu Grunde liegenden inneren Bewegungen zu einem Schulungs- und Entwicklungsweg für die Pflegenden werden.

Quelle: http://www.pflegewiki.de/wiki/Anthroposophische_Pflege#Die_zw.C3.B6lf_pflegerischen_Gesten